Wie wechsel ich eine/n Steuerberater/innen?

Steuerberater wechseln. Steuerberatervertrag kündigen. Wie gehe ich hier eigentlich vor?

 

Ein Wechsel zu einer neuen Steuerberatung ist recht einfach.

Um die meiste Arbeit kümmert sich in der Regel die neue Kanzlei.
Die meisten Mandanten sind mit Ihren Steuerberaterkanzleien zufrieden.
Man pflegt jahrelange vertrauliche Geschäftsbeziehungen.
Aber es gibt auch wie in jeder Geschäftsbeziehung Gründe, ein Vertragsverhältnis zu beenden.

 

Aber wie geht man vor, wenn man das Vertragsverhältnis beenden möchte?

 

Eine kurze Fragensammlung (FAQ) zur Kündigung eines Steuerberatervertrages.

 

Wie erfolgt ein Wechsel zu einem neuen bzw. anderen Steuerberater/in?

Der Wechsel erfolgt mittels Kündigung beim aktuellen Steuerberater und mit Eingehen eines  Vertrages bei der neuen Kanzlei.


Was passiert mit der Buchhaltung? Können die Fristen eingehalten werden?

Kurze Antwort: Ja. Sofern der neue Vertrag rechtzeitig abgeschlossen wurde.
Der Übertrag Ihrer Buchhaltungsdaten zu einer neuen Kanzlei erfolgt in der Regel digital.

Um die Anforderung der Daten kümmert sich die neue Kanzlei bzw. der neue Steuerberater / die neue Steuerberaterin. Hier ist die neue Kanzlei jedoch um die Mitarbeit des ehemaligen Steuerberaters sowie der Datenschnittstelle angewiesen.

Individuell kann es auch vorkommen, dass der alte Steuerberater bzw. die ehemalige Steuerberaterin einen Auftrag bspw. die letzte Monatsbuchhaltung oder den letzten Jahresabschluss abschließt und der neue Steuerberater erst mit dem neuen Monat beginnt.

 

Was kostet der Umzug zu einem neuen Steuerberater?

Grundsätzlich ist die Übertragung der Daten kostenlos, es kann jedoch vorkommen, dass Gebühren vom alten Steuerberater für die zur Verfügungstellung einer Archiv-DVD erhoben werden. Auch kann der Steuerberater im Rahmen seines Vertrages eine Gebühr für die Übertragung der Daten festgelegt haben. Die Kosten können somit variieren.

 

Müssen bereits erfolgte und angefangene Arbeiten seitens der alten Kanzlei bezahlt werden.

Ja, der entstandene Aufwand der ehemaligen Kanzlei muss beglichen werden.

 

Hat der alte Steuerberater ein Zurückbehaltungsrecht?

Die Daten gehören Ihnen, somit muss der alte Steuerberater diese auch zur Verfügung stellen. Eine Ausnahme besteht, wenn noch offene Forderungen bestehen. Bis zur endgültigen Begleichung der Rechnung, hat der Steuerberater ein Zurückbehaltungsrecht.

 

Spare ich bei einem neuen Steuerberater Geld?

Hier kommt es wie immer auf den Einzelfall an.
In der Regel lohnt es sich nicht nur aufgrund einer eventuellen Kostenersparnis den Steuerberater zu wechseln. Alle Steuerberater sind an die Steuerberatergebührenverordnung gebunden. In dieser ist eine Mindestvergütung festgelegt die nicht unterschritten werden darf.

Es kann jedoch andere Gründe für einen Wechsel geben, bspw. Hat sich der andere Steuerberater auf eine bestimmte Branche spezialisiert, aufgrund eines Umzuges, oder die Zusammenarbeit entspricht nicht den eigenen Wünschen und Vorstellungen.

 

Was ist bei einer Betriebsprüfung?

Im Rahmen der Datenübertragung stellt der alte Steuerberater die Daten für mehrere Jahre zur Verfügung. Somit stehen bei einer Betriebsprüfung alle Daten zur Verfügung. Der alte Steuerberater muss nur bei Unklarheiten kontaktiert werden. Um alle Auskünfte und die Betreuung der Betriebsprüfung kümmert sich der neue Steuerberater.

 

Darf der alte Steuerberater Informationen an das Finanzamt oder an Dritte weitergeben?

Nein, nach §57 Abs. 1 StBerG besteht eine Verschwiegenheitspflicht. Eine Weitergabe über Informationen oder, dass Sie grundsätzlich Mandant waren ist untersagt.
Eine Überwachung findet über die Steuerberatungskammern statt.

 

Kann ein Steuerberater/ Steuerberaterin auch von sich aus ein Mandat kündigen?

Ja, auch Steuerberater können Mandatsverhältnisse beenden bzw. kündigen.

 

Kurzanleitung: Wie sollte man bei einem Wechsel zu einer anderen Kanzlei vorgehen?
Schritt für Schritt Anleitung:

1.) Mit aktuellem Steuerberater das Gespräch suchen und frühzeitig über den Wechsel informieren.

2.) Vertragsbestandteil „Kündigungsfristen“ kontrollieren.

In den Vertragsunterlagen sind in einigen Fällen Kündigungsfristen für die Kündigung des Steuerberatungsvertrages festgehalten.

3.) Neue Steuerkanzlei kontaktieren.

4.) Vertrag mit neuer Steuerberatungskanzlei abschließen

5.) Vertrag über Buchhaltung, Jahresabschluss ggf. Einkommensteuer innerhalb der Frist oder fristlos schriftlich kündigen.

6.) Offene Rechnungen / Forderungen der ehemaligen Kanzlei begleichen

7.) Der neue Steuerberater / die neue Steuerberaterin fordert den Vorlauf beim ehemaligen Steuerberater an. Der Übertrag kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen, für den Übergang sollte mit dem alten/neuen Berater die Übernahme der laufenden Tätigkeiten besprochen werden, sodass alle Meldungen fristgerecht übermittelt werden können.

8.) Sie übergeben von nun an die Daten an den neuen Steuerberater bzw. Steuerberaterin.

 

 

 

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