Umsatzsteuer & Vorsteuer Kurzinfo

Was ist die Umsatzsteuer/ Mehrwertsteuer?

Die Umsatzsteuer / Mehrwertsteuer ist ein prozentualer Anteil auf Waren und Dienstleistungen.

Die Höhe des Steuersatzes wird vom Staat festgesetzt und die Wertschöpfung oder Ertragszuwachs, die bei einem Produkt oder einer Dienstleistung erzielt wird, wird besteuert.

Die Umsatzsteuer bzw. Mehrwertsteuer wird weiter an den Staat abgeführt. Die Einnahmen aus der Umsatzsteuer betrugen im Jahr 2020: 168,7 Milliarden Euro (Quelle Statista).

 

Wer muss eine Umsatzsteuervoranmeldung vornehmen?
§2 UstG; Unternehmer ist, wer eine berufliche oder gewerbliche Tätigkeit selbständig ausführt und damit eine nachhaltige Einnahmenerzielungsabsicht ausübt. Eine Gewinnerzielungsabsicht ist nicht von Bedeutung.

 

Wie bekommt man eine Steuernummer für die Umsatzsteuer?
Es gibt seitens der Finanzverwaltung einen „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“
Dieser muss elektronisch ausgefüllt und eingereicht werden. Beispielsweise über die „Elster“ Webseite. In Ausnahmefällen geht auch eine Papierform.

 

Wo und wie muss die Umsatzsteuer angemeldet werden?
Die Umsatzsteuer muss elektronisch bei der zugehörigen Finanzbehörde unter der zugeteilten Steuernummer für die Umsaztsteuer angemeldet werden.

 

Wer darf und muss alles Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben?

Steuerberater, Unternehmer, Privatpersonen. Jeder, der Umsatzsteuer ausweist.

 

Was bedeutet die „Vorsteuer ziehen“? Was ist mit der Umsatzsteuer die ich an andere Unternehmen bezahle?

Wenn Sie Materialien und Leistungen für Ihr Unternehmen einkaufen, bezahlen Sie selbst ebenfalls Umsatzsteuer. Unter den Voraussetzungen des §15 UstG können Sie die gesetzlich geschuldete Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen und im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung / Umsatzsteuerjahreserklärung zurückerhalten. Der Vorsteuerabzug setzt voraus, dass eine Rechnung nach §§14, 14a UstG vorliegt. Zusätzlich ist ein Vorsteuerabzug auch nur dann möglich, wenn kein Abzugsverbot nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 bis 4, 7 oder des § 12 Nr. 1 EStG gilt und wenn steuerfreie Umsätze vorliegen (Ausnahme: Steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferungen).

 

Ein Beispiel für eine ordnungsgemäße Rechnung hinsichtlich des Vorsteuerabzuges und den Angaben zur Musterrechnung finden Sie hier.

Musterrechnung

Angaben zur Musterrechnung  

 

Wie muss die Umsatzsteuer abgegeben werden? Digital / elektronisch oder papierform?
Die Umsatzsteuererklärung und Umsatzsteuervoranmeldung muss elektronisch abgegeben bzw. angemeldet werden. Beispielsweise über Elster oder über Ihren Steuerberater/ Steuerberatung.

 

Umsatzsteuer im Quartal, monatlich oder jährlich? Wie oft muss man die Umsatzsteuer anmelden?
Erklärung und Abgabe der Umsatzsteuer Voranmeldung ist monatlich, Quartal und jährlich.
Sie richtet sich nach der gezahlten Umsatzsteuer im Vorjahr. Bis 1.000 € ist die Umsatzsteuer jährlich anzumelden, bis 7.500 € vierteljährlich und darüber hinaus monatlich.

Bei Existenzgründern ist die Anmeldung grundsätzlich Vierteljährlich. Es kann auch ein Antrag auf monatliche Anmeldung gestellt werden.
 

Wann muss die Umsatzsteuer angemeldet werden?
Je nach Zeitraum der Umsatzsteuerabgabe ist die Voranmeldung am 10. des folge Monats abzugeben.

Beispielsweise der Januar zum 10.02, Februar zum 10.03 usw. Bei Quartalsanmeldungen ist das I. Quartal zum 10.04, II. Quartal zum 10.07 abzugeben.

Es kann jedoch auch eine Dauerfristverlängerung beantragt werden.

Mit der Dauerfristverlängerung sind die Meldungen einen Monat später abzugeben. Bspw. der Januar zum 10.03, Februar zum 10.04 usw.

Um die Dauerfristverlängerung zu erhalten ist bei monatlichen Anmeldungen eine Sondervorauszahlung zu leisten. Die Dauerfristverlängerung bei vierteljährlicher Anmeldung ist kostenlos. Die Sondervorauszahlung wird mit der Dezembervoranmeldung angerechnet. Gleichzeitig wird in der Regel für das folge Jahr eine neue Sondervorauszahlung beantragt.

Die Sondervorauszahlung beträgt 1/11 der gezahlten Umsatzsteuer im Vorjahr. Beispiel gezahlte Umsatzsteuer 2021: 10.000 € davon 1/11 = 909 € Sondervorauszahlung.

 

Was ist der Unterschied Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer und Vorsteuer?
Mehrwertsteuer ist ein anderer Begriff der Umsatzsteuer. Gemeint ist jedoch dasselbe.

Mit Vorsteuer ist die vom Unternehmer gezahlte Umsatzsteuer bei anderen Unternehmen gemeint. Die Vorsteuer wird im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung von der Umsatzsteuer abgezogen. Das Ergebnis ist die Zahllast oder eine Erstattung.

 

Wann muss Umsatzsteuer auf den Rechnungen ausgewiesen werden?
Umsatzsteuer muss ausgewiesen werden, wenn Unternehmer eine Lieferung oder eine sonstige Leistung ausführen.

Ausnahme: Kleinunternehmerregelung, steuerfreie Tatbestände §4 UstG.

 

Was ist im allgemeinen unter einer Einnahmenerzielungsabsicht zu verstehen?

Einnahmenerzielungsabsicht können beispielsweise gewerbliche Tätigkeiten, aber auch Vermietungen sowie Betrieb einer Photovoltaikanlage sein, bei denen umsatzsteuerrelevante Tatbestände zutreffen.

 

Wieviele Umsatzsteuer Voranmeldungen oder Umsatzsteuererklärungen müssen je Gewerbe abgegeben werden?

Sollten mehrere unternehmerische Tätigkeiten der ein und selben Person bestehen, wird die Umsatzsteuer aller Tätigkeiten addiert (konsolidiert) und in einer Umsatzsteuervoranmeldung abgegeben.

Hierbei ist auch zu bemerken, dass man sich die Umsatzsteuer nicht aussuchen kann.

Beispiel: Gewerbe und Photovoltaikanlage.

Hier wird seitens der Steuergesetzgebung nicht für die eine „Tätigkeit“ die Kleinunternehmerregelung und für die andere Umsatzsteuer angewendet.
So lange es sich um dieselbe „Person“ handelt, werden beide Einnahmenerzielungsabsichten zusammen betrachtet und berechnet.

 

Wie hoch ist der Umsatzsteuersatz?

Der reguläre Umsatzsteuersatz in der Budesrepublik Deutschland beträgt 19%, der ermäßigte 7%. Im Jahr 2020 wurde die Umsatzsteuer vom 01.07.2020 – 31.12.2020 auf 16% bzw. 5% Umsatzsteuersatz reduziert aufgrund der Auswirkungen der Corona Pandemie.

 

Welche Leistungen unterliegen dem ermäßigten Steuersatz von aktuell 7%?

Ausgewählte Lebensmittel, Futtermittel und Erzeugnisse aus der Land- und Forstwirtschaft, Blumen und Pflanzen, bestimmte Getränke wie Milch und Wasser, Bücher / Zeitungen und andere grafische Erzeugnisse (Ausnahme Jugendgefährdende Medien), Kunstgegenstände wie Gemälde und Zeichnungen, Erzeugnisse für Zwecke der Monatshygiene und vieles weitere. Eine Liste findet sich in der Anlage 2 des Umsatzsteuergesetzes.

 

 

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