Einkommensteuer

Einkommensteuer, Lohnsteuer & Co.

 

Wo ist die Einkommensteuer geregelt?
Im Einkommensteuergesetz (EStG). 

 

Woher erfährt man von Gesetzesänderungen?
- aus dem Bundessteuerblatt, das von der Finanzverwaltung herausgegeben wird.

 

Was ist die Einkommensteuer?
Die Einkommensteuer (ESt) ist eine Steuer, die das Finanzamt auf das Einkommen erhebt.
Die Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer ist das zu versteuernde Einkommen. 

Einkommensteuer = Jahressteuer (Veranlagungszeitraum)
Die Einkommensteuer ist eine Jahressteuer. 
Jedes einzelne Kalenderjahr ist ein Steuerjahr und Veranlagungszeitraum. 


Unterschied Einkommensteuer und Lohnsteuer
Einkommensteuer = Steuerabzug von sonstigen Einnahmen (Einkünften)
Lohnsteuer = Steuerabzug vom Bruttolohn von Angestellten

 

Welche zentralen Steuertabellen gibt es?
- Grundtabelle (nicht verheiratet)
- Splittingtabelle (verheiratet)


Welche 7 Einkunftsarten umfasst die Einkommensteuer?
Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (§§ 13–14a)
Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§§ 15–17)
Einkünfte aus selbständiger Arbeit (§ 18)
Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (§§ 19–19a)
Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20)
Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (§ 21)
Sonstige Einkünfte (§§ 22–23)

 

Wer ist einkommensteuerpflichtig §1 Abs. 1 EStG?
Unbeschränkt steuerpflichtig sind natürliche Personen mit einem Einkommen, die ihren Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben.

 

Wann beginnt und wann endet die Steuerpflicht?
Die Steuerpflicht beginnt mit der Geburt und endet mit dem Tod. 

 

Was ist das Leistungsfähigkeitsprizip?
Beim Leistungsfähigkeitsprinzip werden Einkommen nach der „individuellen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit“ belastet. 
- Geringere Einnahmen, kleinerer Steuersatz. 
- Höhere Einnahmen, höherer Steuersatz. 

 

Welteinkommensprinzip (DBA) Doppelbesteuerungsabkommen
Welteinkommensprinzip bedeutet, dass Steuerpflichtige mit ihrem weltweiten Einkommen im Wohnsitzstaat besteuert werden. 
Sofern bereits Steuern im Ausland erhoben wurden, können diese nach DBA angerechnet werden.

 

Was ist das DBA Doppelbesteuerungsabkommen?
Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) sind Verträge zwischen unterschiedlichen Ländern, die verhindern sollen, der demselben Steuerpflichtigen mehrfach dieselben Einkünfte versteuern muss.

 

Objektives Nettoprinzip / Subjektives Nettoprinizip (Grundfreibetrag)
Durch das Nettoprinzip werden Einnahmen abzüglich Werbungskosten oder Betriebsausgaben. Das subjektive Nettoprinzip verhindert die Besteuerung des Existenzminimums (Grundfreibetrag).

 

Was ist der Grundfreibetrag - Existenzminimum?
Der Grundfreibetrag ist der steuerliche Freibetrag des Existenzminimums. 
Ein zu versteuerndes Einkommen, das unter dem Existenzminimum (= dem Grundfreibetrag) liegt, wird nicht der Einkommensteuer unterworfen. 
Grundfreibetrag 2023: 10.908€

 

Freibeträge der Einkommensteuer
Freibeträge mindern die Steuerlast bzw. reduzieren das versteuernde Einkommen 
Sie werden direkt vom Einkommen abgezogen und vermindern die Bemessungsgrundlage des Einkommensteuertarifs.  

 

Welche Freibeträge & Pauschbeträge gibt es?
- Werbungskostenpauschale
- Entfernungspauschale 
- Entlastungsbetrag für Alleinerziehende
- Übungsleiter- und Ehrenamtspauschalen 
- Pflege-, Behinderten- und Hinterbliebenen-Pauschbeträge 
- Freibeträge für Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft


Progressive (steigernde) Steuersätze
Die Steuerprogression besagt, dass der Steuersatz im Verhältnis zum Einkommen steigt.

 

Periodizitätsprinzip
Der Anteil der Einkommensteuer richtet sich ausschließlich nach Einnahmen, die man fortlaufend (periodisch) verdient.


Höhe der Einkommensteuer

Die Höhe der Einkommensteuer hängt von der Höhe deines gesamten Einkommens aus den allen Einkunftsarten ab. 

 

Wie wird die Einkommensteuer berechnet?
1.) Da die Einkommensteuer eine Jahressteuer ist, werden die Einkünfte eines Jahres (Kalenderjahr / Steuerjahr) zusammengerechnet. 
2.) Von den Einkünften werden alle Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen und Freibeträge abgezogen. 
3.) Das Ergebnis ist das zu versteuernde Einkommen.
4.) Dann folgt die Festlegung der Einkommensteuer nach der Grundtabelle (nicht verheiratete) oder Splittingtabelle (verheiratet). 
5.) Die bereits gezahlte Lohnsteuer oder Steuervorauszahlungen werden abgezogen. 
6.) Hieraus ergibt sich eine Nachzahlung oder Erstattung der Steuerbeträge.
7.) Aus der zu zahlendenden Einkommensteuer wird noch der Solidaritätszuschlag (5,5%) sowie die Kirchensteuer (je nach Bundesland 8% oder 9%) berechnet.

 

Hinweise: 
- Die Kirchensteuer kann als Sonderausgabe geltend gemacht werden. Der Soli nicht.
- Für den Soli gibt es die sogenannte Milderungsgrenze.
- Bei Pauschalierungen treten geänderte Steuersätze in Kraft

 


Was ist die Milderungszone des Solidaritätszuschlags (Soli)?
Die Milderungszone ist eine Stufensystem bis zur Vollbesteuerung des Solidaritätszuschlages.
Sie soll vermeiden, dass bei geringer Überschreitung der Freigrenze der Solidaritätszuschlag sofort in voller Höhe mit 5,5 % erhoben wird. 
Demnach darf der Zuschlag 11,9 % des Unterschiedsbetrags zwischen der Lohnsteuer und den Freigrenzen nicht übersteigen.

 

Was sind Pauschalierungen?
Pauschalierungen werden mit einem bestimmten Prozentsatz (Pauschalierungssatz) in einem vereinfachten Verfahren ermittelt.

 

Was sind Steuerklassen und wie viele gibt es?
Das Finanzamt ordnet jedem Arbeitnehmer und jeder Arbeitnehmerin eine Steuerklasse zu. Sie dienen lediglich dem Lohnsteuerabzug. Es gibt 6 Steuerklassen. Bei der Einkommensteuererklärung sind die Steuerklasse unerheblich.


Wer ist verpflichtet eine Einkommensteuererklärung abzugeben?
- Steuerklasse 3/5
- Steuerklasse 4/4 mit Faktorverfahren
- Steuerklasse 6 (mehrere sozialversicherungspflichtige Jobs nebeneinander)
- Bei Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft 
- Bei Einkünften aus Gewerbebetrieb 
- Bei Einkünften aus selbständiger Arbeit 
- Bei Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit 
- Bei Einkünften aus Kapitalvermögen 
- Bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung 
- Sonstige Einkünfte 

 

Was passiert bei verspätetet Abgabe der Einkommensteuererklärung?
Bei verspäteter Abgabe muss mit Verspätungszuschlägen und ggf. mit Zwangsgeldern gerechnet werden. 

 

Einkommensteuerbescheid
Nach Abgabe der Einkommensteuererklärung wird diese beim Finanzamt geprüft. 
Infolgedessen erhält man einen Einkommensteuerbescheid.
Aus diesem geht hervor, ob man nachzahlen muss oder seitens der Finanzbehörde eine Erstattung erhält. Gegen einen Einkommensteuerbescheid kann bei Fehlern in der Berechnung innerhalb eines Monats Einspruch eingelegt werden.

 

Einkommensteuer­vorauszahlungen 
Einkommensteuervorauszahlungen sind jeweils bis März, Juni, September und Dezember an das Finanzamt zu entrichten. Die Grundlage der Vorauszahlungen ergibt sich aus dem vorangegangenen / veranlagten Jahren für die Folgejahre festgesetzt. 

 

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